- Odenwälder Serie Treffen 2014

Odenwälder Serie Treffen 01.-04.05.2014
Die Bilder gibt's hier!


Ich habe mich mit Jörg aus dem Nachbarort verabredet, er will auch zum Serietreffen und da fahren wir doch gleich mal in "Kleinkolonne". Es ist Radrennen am 1. Mai, rund um Frankfurt sind viele Strassen gesperrt und wir wollen früh los, um da nicht hineinzugeraten. Motor an um 08:10 Uhr und ab Richtung Eschborn...dachte ich... Motor an geht, erstes Abbiegen auch, raus aus dem Ort und ...Stotter, Spotz, Holper - öhhh was ist das jetzt: der Motor läuft nicht richtig! Ich kann's nicht glauben: seit über 3000km in meinem Besitz läuft der Motor prima, seit dem letzten Werstattaufenthalt sogar noch besser und jetzt das!?!?
Ich schaffe es bis auf den verabredeten Parkplatz und bin einfach nur genervt - nicht jetzt!!!
Also, Motorhaube hoch und wir schauen gemeinsam, was da nicht stimmen kann. Nix zu finden, Zündkabel sitzen, Batterie OK, Verteiler OK - was ist das?? Ich steige ein und schaue mir das Zündschloß an. Da wird mir sofort klar: der Fehler ist nicht das technische System, sondern mal wieder der, der es bedient: ich. Meine Idee, eine Schlüsselkette an den Zündschlüssel zu machen, um den nicht irgendwo liegen zu lassen oder sowas, ist das Problem. Das Zündschloß arbeitet sowieso nur auf dem letzten Stück und jetzt hat die daran hängende Schlüsselkette eben ein wenig gezogen und den Schlüssel zurückgedreht. Keine Zündung, kein laufender Motor!
Ohhh Mann, bin ich froh, den Fehler gefunden zu haben. Wir starten auf die A5, am Frankfurter Kreuz dann auf die A3 und dann geht es über die B45 in den Odenwald! Heldley und Jörg's 109er laufen wie am Schnürchen. Mit bis zu 85km/h "bügeln" wir mit unseren Alukisten über den Asphalt und sind schon um kurz vor 10:00 Uhr am Ziel. Unterwegs regnet es teilweise heftig, dann wieder weniger - am Ziel zum Glück gar nicht und wir können unsere Zelte im trockenen aufschlagen.

Also brauchen wir erst mal einen Plan, wer wo zelten kann/soll, denn es werden ja ca. 20 Landys und ihr Fahrer erwartet. Wir bestimmen den geschotterten Teil zur Strasse und parken die Landys rechts und links davon rückwärts ein. Hinter den Wagen schlagen wir die Zelte auf und richten uns für die nächsten Tage ein. Für alle zusammen ist ein großes Mannschaftszelt mit Bierbänken am Start, das wir mit vereinten Kräften ruckzuck aufgebaut bekommen. Waren zu Anfang nur 5-6 Landys auf dem Platz, trudeln nach und nach immer mehr Fahrer mit ihren Serie 2 und 3 Landys ein. Bis zum frühen Abend sammelt sich ein wirklich sympathisch-verrückter Haufen Landy-Fahrer auf der Wiese!
Roland hat für den Abend Wildschwein-Bratwürste angekündigt und die werden dann auf drei Grills verteilt und gebraten. Dazu gibt es verschiedene Salate, Saucen und Wildbach gekühltes Bier. Extrem leckere Kombination und nochmal ein ganz klares Lob an Roland, den Schützen und Wurstlieferanten!
Der Abend vergeht in fröhlicher Runde, versammelt unter Frank's großer Oztent-270°-Markise oder dem großen Lagerfeuer vor dem Mannschaftszelt.

Am nächsten Morgen bin ich früh wach. Es ist trotz meines - mit Fleece-Inlet - aufgerüstetem Schlafsack kühl geworden, das Zelt ist hell und ich damit munter. Als Waschgelegenheit gibt es immerhin ein fest gebautes Gebäude, mit fließend kaltem Wasser, Toiletten und Spülbecken. Bei freundlichen 6°C Morgentemperatur dann mit eiskaltem Wasser waschen - naja, kann man machen, aber die reine Freude ist das nicht... So eine schöne warme Dusche wäre schon fein, aber wir haben uns ja für dieses verlängerte Wochenende eine gewisse Genügsamkeit auferlegt, also nicht jammern und Hemd ausziehen brrrr...
So erfrischt und aufgeweckt freue ich mich, dass Frank auch schon wach ist und auf seinem "Kochbrett" (hängt seitlich echt clever gemacht am Landy) gerade den Campingkocher anheizt. Kurz drauf gibt es die erste Tasse heißen Kaffee! Gaaaanz was feines in dieser frisch durchlüfteten Gegend!
Dann aber kommt Christopher hinter seinen Sankey-Trailer hervor und bringt eine größere olivfarbene Kiste mit. Darin befindet sich ein echter Hammer-Kocher: 2-flammige Ausführung, Benzingetrieben aus einer unter Druck gesetzten Flasche, die etwas kleiner als ein 5kg-Gasflasche ist. Und das Ding brennt mit raketenartigen Geräuschen und irrer Heizleistung! Schweizer-Armee-Präzisions-Kocher...oder so. Jedenfalls ist der 10Liter Kochaufsatz mit Wasser in knapp 15 Minuten am Kochen und er beginnt 4 große Pump-Thermoskannen mit Kaffee aufzubrühen. Ein echtes Schauspiel, um das sich immer mehr Kaffebecher tragende Landyfahrer versammeln! Max kommt passend mit seinem 109er aus den Büschen gefahren - vielmehr den abschüssigen, gut eingewchsenen, Weg herunter und hat zwei große Säcke frische Brötchen im Gepäck. Kurz darauf sitzen wir alle im Mannschaftszelt und frühstücken ausgiebig.

Es ist ungefähr 10:00 Uhr, als "Dimi" mit seinem Kombi auf die Lichtung fährt. Er ist Jagdkollege von Roland und hat das Abendessen für heute im Gepäck: eine gut 60kg schwere Wildsau, abgehäutet und gut abgehangen! Die soll am Abend gegrillt das Abendessen werden und weil so ein riesen Vieh am Spieß ungefähr 6 Stunden über dem Feuer rotieren muss, fängt er gleich damit an, sie auf den Spieß zu schaffen und festzuzurren. Roland und ein paar andere Landyfahrer, die die heutige Ausfahrt nicht mitmachen, bleiben dabei.

Gegen 11:00 Uhr sammeln sich dann die anderen Fahrer um unter Führung von Christopher die Ausfahrt zu starten. Er hat eine wirklich schöne Route zusammengestellt und es geht durch kleine Ortschaften und über Seitenstrassen zu einem schön gelegenen Restaurant, wo wir eine Mittagspause einlegen. Frisch gestärkt geht es dann auf den zweiten Teil, der fast 80km Tour durch den Odenwald. Mit Landyfahren, an Aussichtspunkten anhalten, Fotografieren und einer Schnapsverkostung (in Minidosierungen, denn wir fahren ja noch!) vergeht der Tag wie im Flug. Nach 7 Stunden sind wir gegen 18:00Uhr wieder zurück im Camp.

Dort hat sich inzwischen das morgens vorbereitete Wildschwein über dem Feuer und mit viel zeit und Zuwendung in einen echten Leckerbissen verwandelt. Gegen 18:30 Uhr ist es dann so weit und die ersten Stücke können ausgeteilt werden. Zusammen mit Weißbrot, Salaten, Kräuterbutter oder Senf und Ketchup ein grandioses Abendessen! Als es dunkel wird, brennt ein großes Feuer vor dem Mannschaftszelt und wir versammeln uns darum, lassen den Tag noch einmal an uns vorbeiziehen und quatschen über Landy's, Reisen, Single Malt und mehr.

Am zweiten Morgen im Camp wiederholt sich das morgentliche Ritual vom Vortag: erst kaltes Wasser zum Waschen und dann Kaffeekochen im "Suiss-Military-Style" und wir sind froh über den ersten heissen Kaffee im Becher, denn die Nacht war wieder richtig "frisch". Dann heißt es für Jörg und mich die Zelte abschlagen und zusammenpacken, denn wir wollen heute wieder nach Hause. Der Rest der Mannschaft hängt noch eine Nacht dran und bleibt bis Sonntagnachmittag.
Mit einem guten Frühstück im Bauch fahren wir diesmal eine etwas kürzere Ausfahrt, die Heiko organisiert hat. Wieder geht es über kleine Seitenstrassen durch den Odenwald. Wir bewundern alte Brückenbauwerke, kleine Städtchen, queren (auf offizieller Strasse!) einen großen Wildpark und treffen gegen 13:00 Uhr in der "Schmucker-Brauerei" ein. Unsere Landy's bevölkern den Parkplatz und wir sitzen an zwei großen Tischen zusammen. Brauereigaststätten sind sowieso zu empfehlen, wenn man Lust auf ein herzhaftes Essen hat und das ist hier nicht anders. Ob Grillpfanne oder Schnitzel, Salat oder Suppe - sehr lecker und empfehlenswert!

Am frühen Nachmittag sind wir zurück im Camp. Wir verabschieden uns von allen und es ist irgendwie da schon klar: das war das erste, aber sicher nicht letzte Serietreffen im Odenwald! Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr und einen Saisonauftakt nach Mass!
An dieser Stelle nochmal ein besonderer Dank an Christopher, Heiko und Roland, unterstützt von Bernd, für die super Organisation!

Nachtrag:
Jörg und ich fahren wieder im "2er-Konvoi" zurück nach Hause. Unterwegs tanken wir, denn so +-45 ltr. Benzin im Tank reichen nicht wirklich weit bei unseren Landy's - doch wir wundern uns, als wir die Tachostände und Füllmengen anschauen: Deutlich - also echt deutlich weniger Sprit verbraucht als sonst!? Die Rechnung stimmt und wir stellen fest, dass wir bei unseren sonst eher kurzen Touren "rund um die Haustüre" freundliche 30% mehr Sprit verbrauchen, als bei der zügigen, aber kontinuierliche Fahrt über die Bundesstrassen. Dabei wäre der Vergleich ohne die auch eher mit Kurzstrecken-Charakter einzustufenden Tagesausflüge sicher noch günstiger ausgefallen.