- Diary 2013

Ende Februar/Anfang März 2013

Ich bin auf der Suche nach einem Landy und habe auf meiner Wunschliste folgende Eckdaten stehen:
Serie 2, kurzer Radstand, grün, mit Plane, guter Zustand - nicht perfekt, aber gesunde Basis eben und in Deutschland soll der schon als Oldtimer zugelassen sein.
Die Internet-Autobörsen geben einiges her, aber welche Maschine solls dann sein und worauf schauen? Meinen Landrover-Händler besucht und das Thema mal besprochen. Hinweise gab's einige; der erst mal wichtigste für die Suche ist die Maschine: Benziner 2,25 Liter!
Also wieder suchen, Bilder anschauen und überlegen. Das Ergebnis ist ein 1964er Ex-Schweizer-Armee Landy, der ausgerechnet in Dessau steht - nicht direkt um die Ecke... Egal, nach Mail und Telefonat schaue ich mir den Landy am 09.03. dann vor Ort an. Ja, das ist doch genau das, was ich suche. Leider ist der gerade nicht fahrbereit, denn der Auspuff ist defekt und ab und ein paar kleinere Wartungsarbeiten sollen vor dem Verkauf auch noch gemacht werden. Ich denke darüber nach und schließlich sage ich zu. Die Arbeiten werden definiert und als letzten Test eine Probefahrt vereinbart, bevor der Kauf dann wirksam wird.
Es folgen Wochen mit Mails, Fragen und Antworten, den ersten Lesestunden im "BlackLandy-Forum" und auf vielen anderen Seiten. Der Buchhändler liefert 4 Bücher - vom "Buyers Guide", bis zum "Serie-Werkstatthandbuch" - und so manche Nebelschwade verzieht sich langsam aus meinem Kopf - was, wie, wo, wird immer klarer! ...und es ist auch schnell klar, dass ich in meinem Perfektionsdrang sicher einige Baustellen bearbeiten werde.

...die Wochen vergehen...also 4 um genau zu sein!

09.04.2013

Ich bin schon gestern mit einem Auto-Transportanhänger nach Dessau gefahren um "Hedley" endlich zu fahren und die besprochenen Arbeiten anzuschauen. Dann heißt es aufladen und gute 430 km Autobahn nach Hause trailern. Direkt mit dem Landy losfahren - hmm - ganz ehrlich, das traue ich mich nicht. Dazu ist mir das doch zu ungewohnt, "Hedley" ja nun schon ein Veteran und wer weiß, was dann alles so passieren kann. Außerdem bin ich das Trailerfahren einigermaßen gewohnt und der Discovery ist in jedem Fall bequemer für die lange Autobahnstrecke und schneller bin ich mit keiner der beiden Varianten.
Aber davor gibt's eben noch die Probefahrt, weitere gefühlte 100 Fragen und ich bin neugierig, wie die Arbeiten geklappt haben. Die Probefahrt ist echt spannend! Ohhh Mann - das ist automobiles Bewegen in Reinstform - da ist alles zu hören, zu fühlen und zu erleben, was sonst duch moderne Hightech-Materialien und -Technologien gar nicht mehr zu spüren ist! Macht Krach, quietscht mal beim Bremsen, Servolenkung glänzt durch Abwesenheit und Komfort ist gerade im Urlaub - also genau richtig! Da gibt's zwar sicher an Kupplung und Bremse nochmal zu arbieten, aber der Motor läuft echt prima, kein Spiel in der Lenkung - für's erste mal OK für mich. Beim Menschen würde sicher so ein Naseweis sagen: "altersgerecht" ;-)
Der Deal ist perfekt, der Papierkram schnell erledigt und kurz vor 12 Uhr ist der Landy auf dem Anhänger verzurrt. Ich rufe zuhause an und gebe durch, dass ich wirklich gekauft habe und jetzt loszuckele. Die Fahrt ist absolut unspektakulär - was mir ganz recht ist. Ich "streichele" den Discovery mit "Hedley" auf dem Anhänger über die Strasse und bin sicher, daß ich auf dieser Fahrt auch ungeschütztes Nitroglyzerin hätte transportieren können, ohne eine Explosion zu befürchten. Dabei "schaut" mich die ganze Zeit eine freundliche Frontpartie im Rückspiegel an, also die beiden Scheinwerfer und der Kühlergrill - schaut irgendwie nett aus und beruhigend. Spätestens hier wird jedem Nicht-Landy-Infizierten klar: man muss zwar nicht verrückt sein, um einen Serie-Landy zu fahren, aber es hilft schon ungemein!
Gegen 18 Uhr steht der Landy auf dem Hof und jetzt kann's losgehen. Es beginnt der Staffellauf in der KFZ-Zulassung!

12.04.2013

Es ist geschafft: heute - kurz vor 12 Uhr Ortszeit Bad Homburg - halte ich die neuen Nummernschilder in der Hand! HG-LR 2 H die schöne Nummer ist nun weg und bei mir am Landy! Kleinste Ausführung in normaler Schrift schaut perfekt aus und wenn am Wochenende das Wetter auch noch mitspielt, dann gibts auch noch ein paar aktuelle Fotos. Jetzt also noch die Schilder montieren - Nietzange an den Start - und dann gehts auf die erste Fahrt nach Hause!

13.04.2013

Ich mache mich mit Hedley vertraut, schaue mir mal die Technik an, finde mit dem Handbuch und der Reparaturanleitung so nach und nach die wichtigsten Teile im Motorraum und freue mich, dass es da wieder so schöne alte Dinge gibt wie einen Ölmessstab! Man kann auch alles sehen, nichts ist von so einer schicken und schützenden Plastikhaube verdeckt. Dann wird geputzt, gewischt und ausgesaugt und die Optik etwas aufpoliert. Es gibt jetzt einen neuen Verbandkasten, Warndreieck, eine Warnweste und Abschleppseil bzw. Starthilfekabel unter dem Fahrersitz, diverse Werkzeuge sind bestellt, denn wer hat schon "zöllige" Gabelschlüssel zuhause rumliegen!? Am späten Nachmittag ist das alles fertig und ich sitze mit der ersten Zigarre des Jahres auf der Terasse und freue mich einfach über den Tag.

14.04.2013

Eine kleine Runde um die Häuser steht auf dem Programm - nein, nicht durch die Kneipen, sondern bei schönem Wetter mit dem Landy eine erste kleine Proberunde. Alles prima, Motor springt nach ein paar Versuchen mit unterschiedlichen Stellungen am "Choke" an (noch sowas schön altmodisches!) und los gehts. Ich bin schon wieder auf dem Rückweg, als es beim Bremsen an einer Ampel zwei deutlich hörbare Schläge gibt - ich würde sagen, von vorne rechts. Das hat sich nicht gesund angehört und ich vermute, da stimmt etwas nicht mit der Bremse. Das ist Mist, aber eben nicht zu ändern, mal surfen und mit der Landy-Werkstatt am Montag telefonieren. Hedley wird also "krankgeschrieben" und wieder in der Garage geparkt. War zwar nichts weiter auf dem restlichen Heimweg zu spüren, aber so ganz OK ist das wohl nicht...

17.04.2013

Nach einigen Recherchen im Internet und einem Telefonat mit der Werkstatt ist immer noch nicht klar, was das war. Also was tun? Werkstattbesuch zur gründlichen Durchsicht war eh geplant für die nächste Woche - nur wie hinkommen? Fahren oder "Huckepack"? Der kleine Teufel in mir sagt sich "...egal, wird schon halten...", der Sicherheitsbeauftragte widerspricht dem natürlich wehement - also immer noch unklar - oder doch klar!? Der Sicherheitsbeauftragte gewinnt und er Teufel verliert - ich buche also den Transporttrailer und nehme mir einen Nachmittag Zeit, die Fuhre zu erledigen. So ein Anhänger kostet mal gerade 50 Euronen am Tag, etwas Fahrerei und Arbeit, aber dafür als Alternative ein blockierendes Vorderrad riskieren - hmmm keine gute Idee! Zumindest für mich halt nicht...
Also gehts nächsten Dienstag "Huckepack" zur Werkstatt und wenn die Mechaniker dann Ihren Check durch und die Bremse instand gesetzt haben, dann steht der nächsten - dann längeren - Tour durch den Taunus nichts mehr im Weg.

18.04.2013

Der Paketdienst bringt prima "zöllige Schieber" - öhhh Gabelschlüssel natürlich, für das Bordwerkzeug. Eine 15/16-Zoll Nuss für die Radmuttern ist schon da und jetzt brauchts noch einen vernünftigen Griff mit 1/2-Zoll-Vierkant dran. Da kommen jetzt noch zwei Schraubendreher dazu, ein Zündkerzenschlüssel und eine Werkzeugrolle wäre ganz angebracht - am besten auch historisch... Wenn sich dann noch ein hydraulischer Wagenheber mit einer Gabel oben drauf findet (damit der gut unter den Achsen sitzt), bin ich fast komplett mit meiner Werkzeugliste.

18.04.2013 - Nachtrag vom Abend

Mein Landy hat ja nun schon so einiges gesehen und ich bin fleissig am Recherchieren, wo er in den vergangenen Jahren war. Das ist spannend und besonders die Dokumente, die aus der Zeit bei der schweizer Armee stammen. Die habe ich in den letzten Tagen reichlich studiert und mich dabei gefragt, ob es wohl möglich wäre, den ersten Fahrer noch zu finden. Nachdem ich alle mir bekannten Daten zusammengetragen habe, schlage ich im schweizer Telefonbuch nach - und siehe da, da gibt es doch tatsächlich einen passenden Eintrag. Also rufe ich an und: gefunden - ich kann's nicht glauben, ich spreche mit dem ersten Besitzer! Es entwickelt sich schnell ein sehr nettes und längeres Gespräch und die Informationen, die ich bekomme, sind mehr als erstaunlich: Hedley war tatsächlich von 1964 an für 44 Jahre in seinem Besitz und die 46'600km auf dem Tacho sind original! Erst 2008 wurde der Landy dann an einen Händler und von diesem nach Deutschland verkauft. Damit hat der Landy nur 2 wirkliche Vorbesitzer! Ich bin platt! Kurz darauf sitze ich am Laptop und schreibe eine Mail, schicke ein paar Bilder los und warte in den nächsten Tagen auf die versprochenen alten Fotos, die ich bekommen soll. Was für eine Entwicklung - das hätte ich nicht mal zu träumen gewagt!

24.04.2013

Seit gestern Abend steht Hedley bei meiner Landrover-Werkstatt, Auto-Center Milinski in Bruchköbel, und wird gründlich durchgecheckt. Das ist zu 100% die Werkstatt meines Vertrauens - dort habe ich seit 2000 alle meine Landy's in Wartung bzw. gekauft und der Service war immer perfekt! Bin gespannt, was dabei zum guten Schluß rauskommt, besonders die Frage nach dem Bremsenproblem interessiert mich natürlich brennend. Wenn dann noch meine zwei "Ölquellen" an den Ablassschrauben abgedichtet sind und die neuen Türoberteile sitzen, kann es erst mal losgehen. Der Rest ist dann Detail- oder Feinarbeit und dazu ist schon eine Lieferung mit original Schweizer Militärartikeln unterwegs und die Bestellung an die englischen Ersatzteilhändler steht auch in den Startlöchern. Wenn dann die neuen Schwellerbleche von dort kommen (OK - nicht 100% original, sind dann die schmaleren) dann kann der Lackierer mal in seinen Farbtöpfen rühren und die Schweller bzw. die neuen Türoberteile der Wagenfarbe anpassen. Bis das alles fertig ist, ist der Sommer bestimmt schon voll da - aber was solls, der Weg ist das Ziel!


02.05.2013

Hedley ist immer noch in der "Landy-Klinik", die Diagnose ist eine reichlich ramponierte Bremsanlage als Hauptarbeitsgebiet - das wird mit neuen Bremsbelägen vorne, rundrum neuen Bremsschläuchen und Radbremszylindern instandgesetzt. Der deutliche Schlag beim Bremsen neulich war ein Stück abgerissener Bremsbelag, also mal gut, dass der "Sicherheitsbeauftragte" bei der Frage nach dem Transport in die Werkstatt gewonnen hat - muss man ja nix riskieren... Ansonsten gibts eine neue Staubmanschette am Rad vorne links und der Ölverlust wird abgedichtet. Auspuff noch vom Rahmen etwas weg legen und einen neuen Öldrucksensor einbauen - dann sollte die Technik wieder auf Vordermann sein!
Mal schauen, wie die Türoberteile zum Schluß sitzen und dann kanns ja mal auf eine größere Proberunde in den Taunus gehen. Wenn alles gut läuft, habe ich meinen Landy zum verlängerten Wochenende wieder!

08.05.2013

Es hat geklappt - also zumindest teilweise! Es war in der zur Verfügung stehenden Zeit, bis zu diesem langen Wochenende, nicht möglich, alle Arbeiten zu beenden - Fortsetzung folgt also. Aber alle technisch wichtigen Dinge sind erledigt und der Rest ist hauptsächlich optisch. Hedley ist also wieder zuhause und hat eine sehr weitreichend instandgesetzte Bremsanlage: 4 neue Radbremszylinder, neue flexible Bremsleitungsanschlüsse vorne, eine neue Bremsleitung hinten, neue Beläge vorne und dann alles befüllt, entlüftet und fein eingestellt! Dazu gibts einen neuen Öldruckschalter, eine neue Leitung vom Temperatursensor zum Choke und die originale Schweizer-Armee-Anhängerkupplung ist wieder dran. Die ist zwar nicht für den Einsatz in Deutschland zugelassen und darf folglich nicht benutzt werden, gehört aber zum/ans Fahrzeug und Oldtimer sollen ja im Originalzustand erhalten bleiben. Die Öllecks sind auch wieder dicht: am vorderen Differential ist die Schraube wieder 100% fest und für das Motoröl gibt es eine neue Dichtung an der Ölwanne und eine neue Ablasschraube. Als Zugabe sind die defekten Lederschürzen vorne an den Gelenken auch noch erneuert worden. Der Motor läuft prima und Hedley ist somit fahrbereit!

Fehlen also noch die neuen Türoberteile, die neuen Schweller, eventuell die Beule aus dem Kotflügel rausdengeln und das Ganze dann lackieren. Außerdem braucht's bei Gelegenheit noch einen neuen Keilriemen und einen Simmering an der Kupplung könnte man tauschen. Naja, überschaubar, wenns dabei bleibt... Ich werde berichten!


10.05.2013


Jaja, so schnell gehts... Nach einer wirklich schönen Fahrt nach Hause, habe ich dann am Mittwochabend mal unter den Landy geschaut, ob die "Ölquellen" auch immer noch dicht sind - sicher ist sicher. Sind sie, alles prima...aber der Tank - hmmm was ist das jetzt? Da suppt in kleinen Tropfen fröhlich der frisch getankte Sprit auf den Garagenboden! Was soll das jetzt denke ich und krabbel unter den Landy. Im Bereich der Ablassschraube tropft es wie in der schönsten Tropfsteinhöhle - das ist Megamist! Also erst mal abwischen, gucken, wo es herkommt und feststellen, das das so nicht zu sagen ist. Ich versuche Benzin aus dem Tank abzuzapfen, damit der Druck auf diese Stelle weniger wird, aber das klappt mit dem Ansaugen nicht und der "Buschmechaniker", der das mal eben mit dem Mund erledigt und dann das Benzin zur Seite spuckt, der bin ich eben nicht. Also fein was untergesetllt, alles aufgefangen und in einen alten Reservekanister gefüllt. Hingesetzt und Mail mit Fotos an meine Mechaniker beim Auto-Center Milinski geschrieben.
Freitagmorgen dann nach einem Telefonat mit der Werkstatt, mit Pappe, ganz viel Kleenex-Tüchern und reichlich Panzertape einen "Verband" unter den Tank gebaut und bei schönster Sonne und hinten hochgerollter Plane die 35 km nach Bruchköbel gefahren - Hedley ist wieder auf der Krankenstation!
...aber die Fahrt über die Landstrassen und durch die Felder war sensationell - so soll das sein und so wird das werden! Dann ohne neue Probleme, die werden der Reihe nach aussortiert und bereinigt!

19.05.2013

Hedley steht noch in der Werkstatt - volle Auftragsbücher und fehlende Ersatzteile bremsen das Vorankommen. Immerhin habe ich seit Freitag alles "auf der Insel" bestellt, was nötig ist - und der Tank wird jetzt auch durch einen neuen erstetzt. Damit soll die Baustelle dann für die nächsten Jahre weg sein. Außerdem kommen die Schweller mit und können dann zusammen mit neuen Spiegeln und den, schon vorhandenen, neuen Türoberteilen zum Lackieren. Neue Schlösser und Fallen sind geordert, Türgummis vom Defender (weicher) und so manches anderes Kleinteil. Mal schauen, wie weit ich dann komme...

10.06.2013

Hedley ist seit letztem Dienstag wieder zurück zuhause, ausgerüstet mit einem nagelneuen Tank! Das alles hat etwas gedauert, aber wie ich inzwischen gelernt habe, braucht das wohl bei Oldtimern ab und an etwas, bis die technischen Baustellen aussortiert sind. OK, also frisch ans Werk!
Am letzten Donnerstag gab's dann auch die neuen Reifen und der Fahrspass hat sich damit deutlich maximiert. Die alten waren von 1995, wie das fachkundige Auge meines Reifenhändlers erkannte und damit völlig ausgehärtet. Das, im Zusammenspiel mit den extremen Stollen, hat einen Höllenlärm gemacht, sobald man über 30 km/h schnell war. Jetzt "gleitet" der Landy sozusagen über die Strasse und mit der kleineren Dimension stimmt auch der Tacho wieder. Im Übrigen ist das der Landy-Look, den ich mag!
Neben den größeren Baustellen, konnte ich inzwischen auch die meisten Teile aus England verarbeiten: neuer gelber Knauf für den 4WD-Hebel, Fussmatten und Laderaummatte neu, Lichtschalter und Gebläseknopf ausgetauscht, Wischer erneuert, inkl. Arme und Adapter (allerdings nur mit größeren Umbaumaßnahmen...). Größte Baustelle am Wochenende war die Fahrertüre: die neue Schloss-Fallen-Kombination ausgerichtet, die Dichtungen an der Tür gegen umgearbeitete Defender-Dichtungen getauscht, eine Stoßstelle gerichtet und das neue Türoberteil eingesetzt und ausgerichtet. Schaut schon echt dicht aus für eine Serie und die Türe schließt jetzt auch deutlich leichter!
Am nächsten Wochenende kommt die Beifahrertüre dran.
Da war die neue Feder am Bremspedal im Verhältnis in Sekunden eingesetzt - das hat nämlich in Bodenwellen furchtbar gequietscht, weil es immer ein wenig auf und ab geschwungen ist - mal sehen, wie gut sich das bewährt!
Ab Ende Juni sind dann in der Werkstatt die Kupplung, Keilriemen und das Lackieren von den neuen Türoberteilen und den neuen Schwellerblechen dran. Ob und wann die Beule im Kotflügel vorne rechts ausgebeult wird, steht noch nicht fest - irgendwie auch "kultig" und die Erfahrung zeigt: irgendwo ist immer eine Beule, also warum nicht diese da lassen und fertig ;-)

15.06.2013

Einen weiteren entspannten Bastel-Samstag später, ist nun auch die Beifahrertüre überarbeitet. Ausgerichtet, das neue Türoberteil montiert und die Dichtungen ausgetauscht. War einigermassen aufwändig, aber es hat sich gelohnt! Beide Türen schließen jetzt deutlich besser, wenn auch noch nicht perfekt, aber was ist schon "perfekt" an einer Serie!? Gerade das nicht so perfekte ist ja der Reiz dieser Automobile!...und wenn es nicht völlig verdreht wäre, müsste man eigentlich schreiben: Dass sie nicht so perfekt sind, macht sie erst perfekt! Eben echte Automobile und nicht nur Autos!

26.06.2013

Ich bin auf einer Geschäftsreise in die Bodenseeregion und da ich nur ca. 65km vom schweizer Wohnort des ersten Besitzers von Hedley entfernt bin, habe ich mich mit ihm verabredet. Wir treffen uns also am späten Nachmittag und verstehen uns auf anhieb. Jetzt weiß ich auch, warum er den Landy so viele Jahre behalten hat: Er sammelt historische Fahrzeuge und besitzt noch einige andere sehr schöne Oldtimer - er trennt sich einfach schwer von seinen Autos.
Wir haben zusammen mit seinem Bruder und zwei weiteren Freunden einen ganz wunderbaren Abend, die Themen drehen sich natürlich um Oldtimer und den Landy im speziellen und als ich zurück ins Hotel fahre ist es schon wirklich spät. Was für ein unglaubliches und besonderes Erlebnis und erneut die Erkenntnis, dass Landrover - Serien oder Defender - einfach immer wieder Menschen zusammenbringen. Es sind irgendwie besondere Geschichten um besondere Fahrzeuge - schon mit meinem Defender, den ich 3 Jahre bis 2011 gefahren habe war das so. Egal wo man aufkreuzt, es findet sich immer jemand, der einen auf das Auto anspricht. Landyfahrer untereinander ja sowieso...

Da passt doch die Geschichte von einem Nachbarn von mir ganz prima: Ich hatte 2008 den Defender neu und der Stand vor der Garage. Ich bin gerade dabei, den Wagen einzuräumen, als ein älterer Herr aus der Nachbarschaft mich anspricht. Er hätte vor Jahren mal in einem Landy die Sahara durchquert, berichtet er - was für ein Erlebnis...und der Landy natürlich...und er erinnert sich immer gerne daran...und wie schön, dass jetzt so ein Wagen in der Nachbarschaft fährt - witzig oder!?
Als ich dann wieder auf Discovery zurückgewechselt bin, kommt er eines Tages vorbei, schaut traurig und fragt nach dem Defender. Wie schade, dass ich den verkauft hätte meint er - so ein schönes Auto. Das ist jetzt 2 Jahre her und ich stehe neulich in der Garage und bastel an Hedley, genauer, ich baue die neuen Türgummis ein. Da klopft es ans Garagentor und genau dieser ältere Herr steht da und fragt mich nach dem Landy. Als ich ihm sage, ich habe den gekauft, leuchtet es in seinen Augen auf und er erzählt wieder von seiner Tour durch die Sahara.

Also mal ganz ehrlich: mit welchem anderen Auto passiert einem sowas???

05.07.2013

In meinem Briefkasten zuhause liegt ein Umschlag mit schweizer Briefmarken drauf. Kommt von meinem neuen Freund aus der Region St.Gallen, dem ersten Fahrer von Hedley. Er hatte das schon per Mail angekündigt: Nach unserem Treffen ist er in seinem Archiv alte Unterlagen durchgegangen und hat tatsächlich die Original-Betriebsanleitung gefunden - ich bin sprachlos und kann's kaum glauben! Die steckt in dem Umschlag und ist fast wie neu. Gedruckt im Oktober 1962 und für die Serie 2A - Hammer - Freu-Hüpf!

Außerdem habe ich Hedley wieder aus der Werkstatt zurück: Kupplung etwas eingestellt - erneuern ist noch nicht nötig. Ein neuer Keilriemen ist montiert und die ab und an ganz leicht schleifenden Bremsen sind nachjustiert. Die Türoberteile und die Schweller sind in Wagenfarbe lackiert - wenn auch ganz leicht heller im Farbton, aber der matt-grüne Armeelack ist schwer ganz genau nachzumischen und ich warte erst mal ein wenig ab, ob das noch nachdunkelt. Außerdem ist der andere Lack ja schon einige Jahre alt und hat Patina angesetzt - geben wir den neuen Teilen mal die gleiche Chance - Hedley und ich sind ja noch jung und haben Zeit ;-)
Jetzt schaut das Ganze schon wesentlich kompletter aus!

14.07.2013

Ich fahre mit Hedley auf das Klassiker-Festival in Bad König, um mich mit den anderen Fahrern vom "Serie-Stammtisch-Südhessen" zu treffen. Heiko aus dieser Runde ist mit im Organisationsteam des Festivals und hat für die 65-Jahre-Landrover-Show neben dem Deutschen Landrover Club auch Landrover selbst als Aussteller gewinnen können. Da dürfen unsere Serie-Landys natürlich nicht fehlen und wir haben einen schöne Standplatz. Einige sind schon das ganze Wochenende da, ich hatte Samstag noch einen Fototermin und komme daher nur für den Sonntag.
War ein wirklich schönes Treffen und daher gibt's natürlich auch einen passenden Bericht und Bilder in den jeweiligen Abteilungen!

04.08.2013

Hedley war zu einem Ölwechsel (Motor und Getriebe) und zur Kontrolle des Ventilspiel in einer kleinen Werkstatt in der Nähe, die schon andere Landy's betreut und einen Motor getauscht hat. Das war mal einen Test wert, denn nur 6 km sind eben schnell mal gefahren, um etwas richten zu lassen, was ich mir selbst nicht zutraue. Bei der Gelegenheit wurde auch noch der Verteiler zum Motor hin abgedichtet und damit eine der kleinen "Ölquellen" beseitigt. Seit dem läuft der Motor noch "smoother" und die Schaltung ist deutlich weniger "hakelig". Das weniger viskose Öl, mit den Werten aus der Landrover-Betriebsanleitung von 1964, scheint da merklich Einfluss zu haben! Ob sich mit dem neu eingestellten Ventilspiel auch der Verbrauch etwas verbessert, bleibt abzuwarten - evtl. muss doch der Vergaser mal überarbeitet werden... Aber auch dafür gibt's auf der Insel Spezialisten. Außerdem habe ich den Eindruck, dass die beiden Tropfstellen an der Ablass-Schraube und der Kupplung sich verbessert haben, was zu beobachten bleibt.
Ansonsten habe ich das Reserverad mal von der Motorhaube an das Halbschott hinter den Sitzen montiert, was eine freie Sicht auf die Strasse bringt. Gleichzeitig ist damit die neu erworbene, schön alte Schaufel bestens fixiert, die original ihren Platz hinter dem Beifahrersitz hat und dort in einer Halterung fixiert wird - Spitze auf der Ladefläche am Reserverad - ganz prima - noch ein Detail ergänzt!

18.08.2013

Was für ein prima Spass, mit Hedley zu fahren! Sonne, Sommertemperaturen und wenig Verkehr, weil ja gerade noch Ferien sind! Gestern ging's mit Hedley ins Schwimmbad - also er musste leider draussen warten - hatte aber einen prominenten Parkplatz und ein paar andere H-Kennzeichen waren um ihn herum.
Ich habe den Eindruck, mit jedem Kilometer fährt sich der Landy besser. Die Federung ist etwas angenehmer geworden, ich konnte als nervige Haupt-Quietsch-Stelle die Scharniere der Motorhaube aussortieren, die Beifahrertüre schließt deutlich besser, seit ich den verbogenen Türfänger gerichtet habe. Auf beiden Seiten sind die Schnapper und die Fallen von mir bearbeitet worden, so dass die jetzt schön glatt übereinanderstreichen und viel besser einrasten. Der Tankdeckel hat eine neue Kette und jetzt will ich noch die kleinen Griffe an den Klappen der Heizung ersetzen, die sind gerade aus England eingetroffen. Stück für Stück geht es voran - immer in kleinen Schritten, mal hier eine Stunde gebastelt, mal da eine Stunde geschraubt. Homöopathische Dosen an Zufriedenheit und fast Yoga-Ähnlicher Entspannung und Konzentration - und dabei ein breites Grinsen im Gesicht!

02.11.2013

Es ist längst Zeit für ein "Update"! Hedley hat inzwischen ein prima Zuhause für den Winter gefunden, eine sehr saubere und gut erreichbare Tiefgarage, in der neben den aktuellen Autos auch ein paar Oldtimer stehen. Hell, luftig und sauber - wenn ich dann noch eine entsprechende Schutzplane gegen Staub habe, wird er dort die Wintertage gut stehen!
In Sachen Ausrüstung, Ersatzteile und Instandsetzung gibt es auch einiges neues. Zur Standardausrüstung nach der alten Militärliste hat sich inzwischen ein Feuerlöscher gesellt. Der ist zwar nicht auf der Ausrüstungsliste vermerkt, aber aus meiner Sicht sinnvoll. Wenn man den nie braucht, sicher am besten, aber wenn...
Außerdem gibt es inzwischen noch einen Zündkondensator und -kontakte in der Ersatzteilkiste und für den Motorraum einen Nachbau der früher optional zu kaufenden Werkzeugbox, die im Kotflügel untergebracht wurde. Dazu fehlen noch die original Riegel, aber die kommen mit der nächsten Bestellung aus England dazu.
Für den Sommer liegen auch noch 6 zusätzliche Felgen bereit - 5,5er Breite - für 7.00 x 16 Reifen, wie in der Schweizer Armee damals gefahren. Die dürfen "legal" nicht auf die vorhandenen 5er Felgenweite aufgezogen werden - allerdings ist nicht zu recherchieren, ob die Schweizer sich da dran gehalten haben, oder die Norm einfach zu neu ist... Noch neu lackieren und dann gilt es die richtigen Reifen zu finden. Schön wäre eben ein "nostalgisches landytypisches" Profil!
Leider gab es inzwischen auch wieder einen Boxenstopp in der Werkstatt, die die ständig undichte Ölwanne gegen eine neue ausgetauscht hat. Das schaut jetzt schon deutlich besser aus, bleibt das ganz leichte Tropfen aus dem Kupplungsbereich, aber das stellen wir dann nächstes Jahr ab, wenn die Kupplung erneuert und das Getriebe mal durchgecheckt wird.
Im Gegensatz dazu konnte ich einen winzig kleinen Riss, ganz oben am Kühler, selbst löten.
Vor der "Winterpause" möchte ich noch die Schrauben und Kugelgelenke der Türen und die Dichtung zwischen Scheibenrahmen und Bulkhead erneuern, aber das ist vermutlich in einem gemütlichen Basteltag zu erledigen. Ansonsten steht nur Fahren und Spasshaben auf dem Programm, je nach Wetterlage und Laune!

30.11.2013

Hedley hat inzwischen sein Winterquartier in einer gut belüfteten und sauberen Tiefgaragenanlage bezogen. Dort steht er gut geschützt neben anderen Oldtimern und aktuellen Fahrzeugen und ich besuche ihn jede Woche mindestens ein Mal. Wenn's das Wetter zulässt, gehts eine Runde auf die Strasse, warmfahren und in Bewegung halten, kann ja nicht schaden...
Die Dichtung zwischen Scheibenrahmen und Bulkhead ist erneuert, die Türscharniere auf das Frühjahr vertagt - eilt nicht, wird einfach nur wieder eine kleine Verbesserung im Gesamtzustand.
Letzte Woche hat der Paketdienst seltene Originalteile von der Insel geliefert: einen original "Shelley LJ263" Wagenheber, den Holzgriff zur Kurbelstange (new from old stock) und eine gebrauchte, originale Serie 2 Werkzeugrolle in kompletter Bestückung! Das kann ich jetzt über den Winter putzen und aufpolieren, evtl. gehen die Schraubenschlüssel auch mal in die Galvanik, um sie wieder in perfekten Zustand zu versetzen. Die Kurbelstange zum Wagenheber und ein paar weitere Teile liefert in Kürze "John Craddock" aus GB und dann wird Hedley wieder ein Stück perfekter!