- Diary 2014

01.02.2014

Hedley steht gut geschützt seit Dezember in seinem Winterquartier. Ich versuche jede Woche mindesten einmal mit ihm unterwegs zu sein, also ganz sachte warmfahren und dann ein wenig über die Landstrassen "cruisen". Einfach den guten alten Landy in Bewegung halten, solange das Wetter das zulässt. Dieser Winter ist ja sehr mild und von daher hat sich so gut wie jedes Wochenende ein passender Tag gefunden.
Parallel dazu habe ich den Scheibenwischermotor der Beifahrerseite abmontiert, zerlegt und instandgesetzt. Das Fett war komplett verharzt und von daher war die extrem langsame Wischgeschwindigkeit kein Wunder. 50 Jahre nur sporadisch Dienst und ein wenig eingedrungenes Wasser haben eben Spuren hinterlassen! An einem schönen Samstag habe ich auch die Türscharniere mit neuen Gelenkkugeln und Schrauben versehen und eine Dichtung an den unteren Rand der Heckklappe genietet. Die Rückbänke können jetzt mit neuen Gurten wieder hochgeklappt und in der Position gehalten werden und seit letzter Woche tut auch der Scheibenwischer wieder seinen Dienst.
Außerdem konnte ich das, bei EABY UK ersteigerte, Werkzeugset in der Galvanik aufarbeiten lassen und ein schöner Wagenheber ist jetzt auch komplett vorhanden.
So vergeht die Zeit ohne regelmässige Touren ein wenig schneller und Hedley wird nach und nach kompletter...


14.03.2014

Tolles Wetter, schon seit einigen Tagen, also bin ich wann immer es geht mit Hedley unterwegs. Genau so muss sich das anfühlen: frischer Frühlingswind, Sonne, erste grüne Blättchen an den Büschen und dazu das grummeln des Landy-Motors. Seit Mitte der Woche singen ein paar neue MT-Reifen Ihr Lied auf dem Asphalt und das dazu in der alten, originalen Größe der Schweizer Armee: 7.00 x 16 Kaum noch zu bekommen und nach langem Stöbern als runderneuerte Ausführung aufgetrieben.
Fährt sich ganz passabel und mit jedem Kilometer "runder", schaut super aus - eben echt "Landylike"...

Seit einer guten Woche habe ich auch wieder die originale Ausführung der Türdichtungen angebracht. Die Dichtungen wurden nach einem Muster neu angefertigt, mit einer entsprecheden Härte und damit weich genug um sich anzuformen. War zwar eine fiese Arbeit und noch sind die nicht endgültig in Form, aber das ist inzwischen schon deutlich besser als direkt nach der Montage. Wird also und braucht - wie ja vieles an einem alten Fahrzeug - etwas Geduld.

24.03.2014

Hedley wird von mir in die Werkstatt gefahren, denn für das Frühjahr war die Überholung der Kupplung geplant. Außerdem sollte der "schlagende" Rückwärtsgang mal gecheckt werden. Dazu kommen noch einige kleinere Arbeiten. So soll der Auspuff weiter vom Rahmen weggelegt werden, der liegt an und das gibt ordentliche Vibrationen - also Krach. Der Motor soll neu eingestellt und nochmal nach den Bremsen geschaut werden - da gibts immer mal ein Klack-Geräusch. Am Mittwoch ist dann die Kupplung und das Getriebe zerlegt und das Ausmaß der Probleme offensichtlich:

Das Schlagen im Rückwärtsgang kommt nicht von einem Lager, sondern die Schaltklaue ist extrem abgenutzt und rückt den Gang nicht mehr richtig ein. Damit kollidieren Zahnräder und das ist auch deutlich zu sehen. Deutlich sind auch die Abnutzungsspuren am gesamten Getriebe. Das scheint noch unüberarbeitet, also 50 Jahre alt und die Zähne haben teilweise Ausbrüche an den Flanken, sind stark eingelaufen, Simmerringe im Antriebsstrang undicht - daher auch das chronische Tropfen mit Öl. Außerdem ist die Handbremse verölt. Also gibt es nur die Alternativen, alle schadhaften Teile einzeln auszutauschen, oder ein Ersatzgetriebe zu ordern. Nach Abwägen der Vor- und Nachteile fällt die Wahl auf ein Tausch-Getriebe, das komplett aufgearbeitet und mit einer Garantie geliefert wird. Einzelteile sind schwer zu bekommen, eine riesen Fummelarbeit zusammenzubauen und damit nicht ganz, aber fast so teuer wie der Tausch - und es gibt darauf keine Garantie.
Also warten - Lieferzeit ca. 10 Tage und dann alles wieder zusammenbauen. Bei den Qualitätsunterschieden, die es bei Teilen oder kompletten Getrieben gibt, bin ich sehr gespannt, ob das den hohen Preis wert ist - wer Zeit hat, klopft bitte mal auf Holz für mich!

Die anderen Arbeiten schließen sich dann dieser Hauptbaustelle an und ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, am 13.04. zum ersten Sonntagstreffen in der Klassikstadt fahren zu können...werden sehen - es ist mal wieder Geduld gefragt und die gehört nicht wirklich zu meinen Tugenden...
Hier gibt es Bilder der Baustelle.

28.04.2014

Hedley ist zurück aus dem "Landy-Sanatorium" und mit vielen schönen Neuteilen ausgestattet. Neu sind unter anderem: Kupplung, Getriebe, Kreuzgelenke, div. Simmerringe und die Benzinpumpe. Die Bremsen sind nochmal gecheckt, der Tankschlauch vom Einfüllstutzen neu mit dem Tank verbunden, der Auspuff deutlich vom Rahmen weggelegt und der Zündzeitpunkt neu justiert.
Die ersten Kilometer nach Hause zeigen ein völlig neues Fahrverhalten: Der Motor zieht den Landy gemütlich brummend wie ein Bär vorwärts. Da rappelt nix mehr, da klingelt nix mehr und das neue Getriebe schaltet sich stramm, aber sauber. Rückwärts gibt's jetzt auch keine "Geräuschzugabe" mehr in Form von aufeinander schlagenden Zähnen im Getriebe und das komische, kleine "Klackgeräusch" beim Bremsen ist auch weg. Ich traue mich erst vorsichtig, dann etwas energischer auf das Gaspedal zu treten und beschleunige recht locker auf der Geraden auf 80km/h. Ein leichtes Bergabstück bringt mich mit Schwung auf 95km/h und da wäre noch mehr drin gewesen - einzig, ich habe mich nicht getraut noch schneller zu fahren. Die Gänge 1 - 3 sind komplett unauffällig, nur der 4. Gang "singt" so ab 60/65km/h, was aber ab spätestens 80km/h keine Rolle mehr spielt, denn dann sind die Reifen definitiv lauter...

So weit also der erste Eindruck. Übermorgen gehts zu einer weiteren kleinen Testfahrt und dann am 1. Mai auf das Serie-Stammtisch-Südhessen Treffen im Odenwald. 25 oder mehr Seriefans mit Ihren Landys in idyllischer Umgebung beim Campen und zwei schöne Ausfahrten stehen auf dem Programm! Wenn jetzt noch der Regen ein Einsehen hat und sich verzieht, wird alles gut!

01.05.-03.05.2014


Das erste "Odenwälder Serie Treffen", organisiert von Roland, Christopher und Heiko, die auch intensiv den "Seriestammtisch Südhessen" pflegen, startet in idyllischer Lage. Auf einer Wiese an einem kleinen See, umgeben von Wäldern, haben die drei einen Platz für das Treffen gefunden, auf den wir auch mit den Landys fahren und dort campen dürfen.
Doch wie jede große oder kleine Reise, fängt die mit dem ersten Schritt an und entwickelt sich dann - in diesem Fall zu einem absoluten Highlight!
Was, wer, wie, wo wann - zu lang für das Tagebuch, hierzu gibts einen eigenen Bericht: Guckstduda ;-))

05.05.2014


Heute ist schon das nächste besondere Ereignis dran - und das hat sich seit 49'999km bereits angekündigt - Ich fahre den letzten fehlenden Kilometer zu einem runden Jubiläum. Kurz vor Steinbach um 19:30 Uhr Ortszeit ist es so weit und ich kann zum Glück an den Strassenrand fahren und ein Foto machen. In seinem 50sten Jahr vollendet Hedley den 50'000sten Kilometer!
Bilder haben hier eigentlich nix verloren, aber das muss einfach hier hin:



...und ich hoffe sehr, wir werden noch viele weitere Kilometer miteinander fahren!

14.08.2014


Hedley hat Geburtstag!
Ja, genau vor 50 Jahren, am 14.08.1964 wurde er geboren...ähhhhh montiert - aber das ist ja doch irgendwie die Geburtsstunde. Diese Auskunft gibt zumindest das Zertifikat vom British-Motor-Industry-Hertiage-Trust, das ich von dort bekommen habe.
Also nehmen wir es so und feiern 50 Jahre Hedley und ich wünsche ihm alles Gute, immer unfallfreie Fahrt und uns beiden schöne Ausflüge und kleine Abenteuer!


25.-28.09.2014

Hedley und ich sind unterwegs in den Schwarzwald, zum Herbsttreffen der Seriefahrer vom "Serie-Stammtisch-Südhessen" und einigen Freunden.
Eine lange Fahrt für uns beide - die längste, die wir bisher hatten und am Ende der 4 Tage stehen immerhin gut 700 neue Kilometer auf dem Tachometer. Einen Bericht und Bilder gibt es in den Rubriken!

28.11.2014

Ja, ja, ich weiß, ich hatte mal geschrieben, dass Hedley so original wie nur irgend möglich bleiben soll. Aber "was kümmert mich mein schlechtes Geschwätz von gestern" - ich habe nach langem Überlegen und wirklich guten Argumenten bei/während/nach dem Herbsttreffen für einen Overdrive entschieden. Lange Strecken machen mit den kurzen Gängen nicht wirklich Spass, die LKW's brummen an einem vorbei, denn Hedley kann bei halbwegs erträglicher Motordrehzahl nicht gut mithalten. Overdrives gab es auch schon 1964, das ist keine neue Erfindung. Durch die zusätzliche Übersetzung wird aber der Motor deutlich geschont und eine Geschwindigkeit von guten 90 km/h ist auch machbar, ohne sich dabei weh zu tun. Also hat Hedley in der letzten Woche so ein Teil "eingepflanzt" bekommen. Ich bin sehr gespannt, wie sich das bewährt, erste kurze Fahrten zeigen, dass die Wirkung definitiv gut ist, aber die geänderte Getriebeanflanschung verursacht ein recht hohes Singen im Getriebe. Hoffentlich laufen sich die neuen Teile noch etwas ein...

Der Overdrive beim Einbau - bald ist bei Hedley "unterum" alles in neuem Glanz...


19.12.2014

Weihnachten steht vor der Türe und ich bin seit dem Einbau des Overdrive kaum unterwegs gewesen. Zu viele Baustellen im Job und privat haben das verhindert. Abwarten, wie der Winter wird - wenn der wieder ohne große Salzstreuorgien abläuft, findet sich vielleicht die Zeit für ein paar Ausfahrten.